Natur im Garten Tipps

08.07.2020

Blumenwiesen „artenreich“ pflegen

Dauerhafte Blumenwiesen sind eine Gemeinschaft von Pflanzenarten, die sich stetig weiterentwickelt. Selten sieht eine Blumenwiese gleich aus wie im Vorjahr. Mit der richtigen Pflege steigt die Anzahl der Blumenarten und der tierischen Bewohner.

Aufgrund der verschiedenen Höhenlagen, Boden-  und Feuchtigkeitsverhältnissen gibt es viele unterschiedliche Typen von Blumenwiesen. Je nachdem ob es ein feuchtes, trockenes oder kaltes Jahr ist, entwickelt sich die Vegetation immer ein wenig anders.

Niemals mulchmähen!
Je nährstoffärmer der Boden ist, desto bunter und blütenreicher sind die Wiesen. Deshalb muss der Aufwuchs immer entfernt werden, dadurch magert der Boden ab. Außerdem bildet liegen gelassenes Mulchmaterial eine ungünstige Filzschicht am Boden.
Belassen Sie nach der Mahd das Schnittgut ein paar Tage auf der Wiese, damit die Samen ausfallen. Im getrockneten Zustand (als Heu) ist das Mähgut leichter zu entfernen.

Wie oft und wann mähen?
Ohne regelmäßigen Schnitt kommen Sträucher oder Neophyten wie die Goldrute auf, und die Blumenwiese verschwindet mit der Zeit. Außer bei sehr mageren und trockenen Standorten, wo eine Mahd auch alle zwei bis drei Jahre möglich ist, sollte jährlich gemäht werden.
Bei schwachwüchsigen Wiesen genügt eine Mahd pro Saison ab Mitte Juli. Ist die Wüchsigkeit höher wird zweimal gemäht, wobei sich der erste Schnitttermin am Verblühen der Margeriten orientiert. Der zweite Schnitt erfolgt dann je nach Lage Ende August – September.
Für die Überwinterung vieler Insekten sind abgestorbene Halme sehr wichtig. Um die Insekten zu fördern wird statt im Herbst im kommenden Frühjahr gemäht, je nach Höhenlage und Witterung von März bis April.

Ein Wespenbock auf einer Scharfgarbe

Tierfreundlich mähen
Optimal für Bienen ist es, wenn bei Schönwetter nicht zwischen 9 Uhr früh und 18 Uhr gemäht wird. Die komplette Wiese sollte nicht auf einmal geschnitten werden. Es ist besser, wenn nur zur Hälfte gemäht wird, und der zweite Teil vier bis sechs Wochen später. Damit bleibt den Tieren noch genügend Lebensraum und Futter zum Ausweichen.

Am schonendsten für Insekten sind Messerbalkenmäher. Bei Rotationsmähern und Motorsensen erhöht sich die Sterberate deutlich. Von Schlegelmulchgeräten und Saugmähern raten wir im Bereich der Wiesenpflege gänzlich ab. Die Schnitthöhe beträgt mindestens 7 cm, besser 10-12 cm. Damit die Tiere flüchten können, sollte die Mahd wenn möglich kreisförmig von innen nach außen erfolgen.

Mehr Information erhalten Sie beim “Natur im Garten” Grünraumservice unter der Telefonnummer 02742-74333 oder per E-Mail unter gartentelefon@naturimgarten.at

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